Freitag, Dezember 01, 2006

Rauchverbot kommt auch bei uns

nur leider nicht in der Form wie in anderen europäischen Ländern. Die Zagarettenlobby hat sich wieder einmal durchgesetzt. Die Arbeitsgruppe der grossen Koalition habe sich auf einen mehrheitsfähigen Kompromiss geeinigt, lautete der Kommentar der Gesundheits-Staatssekretärin Marion Caspers-Merk. Ein durchgehendes Rauchverbot, das die Menschen vor den negativen Folgen des Passivrauchens schützen kann, ist auf der Strecke geblieben.
Ein grundsätzliches Rauchverbot soll danach nur für alle öffentlichen Gebäude, für Krankenhäuser, für öffentliche Verkehrsmittel und für Restaurants beschlossen werden. Es soll dann nur noch in separaten Raucherräumen geraucht werden dürfen. Diese müssen mit Türen versehen sein, damit sie vom Nichtraucherbereich abgegrenzt werden können. Ein Lichtblick: In Schulen soll es solche Raucherräume nicht geben.
Vom geplanten Rauchverbot sollen Kneipen und Bierzelte, Bars und Nachtclubs ausgenommen werden.
Laut Aussage der Politiker, sei mit diesem Kompromiss ein Weg gefunden worden, der zum einen den Nichtraucherschutz deutlich verbessern werde und zum anderen die zur Durchsetzung notwendige Mehrheit finden werde.
Caspers-Merk hätte gerne weitergehende Verbote durchgesetzt, was aber politisch momentan nicht möglich sei. Zudem stehe es jedem einzelnen Bundesland frei, die einheitliche Regelung des Bundes weiter zu verschärfen. In jedem Falle sollen Gastronomiebetriebe schon von aussen den Gast darauf aufmerksam machen, was ihn erwartet.
Andere Länder gehen da viel rigider vor. Ab Juli 2007 gilt in England ein Rauchverbot für alle öffentlichen Einrichtungen. Ausnahmen für Gastronomiebetriebe, die kein Essen anbieten, sind nicht vorgesehen. In Wales wird ein ähnliches Gesetz zum Schutze der Nichtraucher am 2. April wirksam.
In vielen anderen Ländern, wie Irland, Finnland, mehreren US-Staaten, Schottland, Italien, Schweden, Norwegen, Spanien, Neuseeland und Südafrika gelten längst strikte Rauchverbote in Kneipen, Kinos, Restaurants und anderen Orten, die öffentlich zugänglich sind.